Ich habe das Buch "Die Dienstagsfrauen" von meiner Freundin bekommen. In diesem Buch spielt zwar auf dem ersten Blick der Jakobsweg eine Rolle, aber schon schnell wird klar, dass eine ganz andere Botschaft damit verbunden wird. Ich bin sehr erfreut über dieses Buch, da ich immer unbedingt auf diesem Weg pilgern wollte. Nun habe ich nur festgestellt, dass es gar nicht eines solchen Weges bedarf, um sich selbst und auch andere besser verstehen zu lernen. Unterm Strich ist für mich klar geworden, dass der Mensch sich nur auf diesem langen Weg unter Entbehrung jeglicher Fluchtmöglichkeiten vor sich selbst, mit sich selber auseinander setzt. Erkenntnisse macht, die er sicherlich auch im Alltag machen könnte, wenn da nicht immer die Ablenkung von äusseren Umständen vorhanden wäre. Es ist die Übersprungshandlung, die uns immer wiederkehrend ins gleiche Dilema schickt. Wir sollten inne halten, wenn ein Problem ansteht, wenn wir körperlich uns unpässlich fühlen. Weder zum Hörer greifen, die beste Freundin befragen, kein Seminar buchen noch Pillen einwerfen, die den Schmerz verunglimpfen. Es ist an der Zeit sich wieder Zeit für sich zu nehmen, zu spüren und durch diese Gefühlswelt und durch die körperlichen Empfindungen hindurchgehen, sie aushalten und damit auch aufzulösen. Ein seelischer Schmerz, eine Emotion hält sich maximal 5 Minuten im Körper auf, dann ist er durchgelaufen und ein neuer Aspekt tritt ein. Wenn wir uns darauf einlassen, dann kommen wir an den Punkt des inneren Friedens, der Ruhe und wir wissen, dass dieses Thema durch ist. Müssen wir deshalb auf den Jakobsweg, oder reicht eine Messe, wo uns die Kunden an den Rand dessen bringen, was wir ertragen können, oder reicht aber auch ein Segeltörn von mehreren Tagen, denn da bringen uns die Mitsegler spätestens am 9. Tag auch an unsere Grenzen. Wir brauchen nur den Mut uns voll und ganz zuzuwenden.
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